Ein Hoch auf unseren Busfahrer …

DIE LINKE Mitglied Andreas Kowitz führt den Bürgerbus

DIE LINKE spricht nicht nur von mehr Bus und Bahn, sondern unser Mitglied Andreas Kowitz sorgt auch für mehr ÖPNV. Als einer von mehreren ehrenamtlichen Busfahrern bringt er jetzt die Menschen unter die Menschen in und um Ganderkesee und ermöglicht auch mobil eingeschränkten Mitbürgern eine gesellschaftliche Teilhabe.

Gern teilen wir seine ersten Erfahrungen mit Euch und hoffen, es findet viele Nachahmer!

Ja, Busfahren macht Spaß! Es ist sehr befriedigend und ein toller Ausgleich zum „normalen“ Alltag. Die Fahrgäste sind sehr nett und dankbar, dass wir sie ehrenamtlich fahren.

Allerdings merkt man den Unterschied zwischen Stadt und Land auf der Linie 222 von Rethorn über Schierbrok, Elmeloh nach Delmenhorst zum ZOB und von da aus mit der Linie 221 vom ZOB über Hoykenkamp, Heide Schönemoor nach Schierbrok bei Boekhoff und zurück. Auf unserer Landtour nehmen die Fahrgäste den Bürgerbus nicht als normal hin, die Fahrgäste sind wirklich dankbar und zeigen es auch uns Fahrern mit einer kleinen Süßigkeit oder einfach einem Lächeln. In der Stadt nehmen die Fahrgäste es als gegeben hin, dass es einen Linienverkehr gibt.

Die Menschen, die den Bürgerbus nutzen, sind im allgemeinen die ärmsten, schwächsten und gebrechlichsten der Gesellschaft. Die, sollte es den Bürgerbus nicht geben, nicht so mobil wären. Taxi fahren ist zu teuer. Und immer darauf zu warten, oder zu hoffen, dass ein Familienmitglied oder Bekannter sie mitnimmt, bedeutet weniger Freiheit auf dem Lande!

Wir machen das Leben auf dem „Lande“ mit unserem Verein etwas lebenswerter. Das macht mich natürlich auch etwas stolz, dabei sein zu dürfen.

Natürlich gibt es auch in den „Stoßzeiten“ Fahrgäste, die zur Arbeit bis nach Delmenhorst zum Bahnhof fahren und dann weiter nach Bremen oder Oldenburg fahren. Auch hier kann man sehen, wie wichtig der Bürgerbus ist. Wir sorgen dafür, dass die Menschen auch auf dem Lande zur Arbeit kommen.

Einen ganz anderen Aspekt gibt es auf der Linie 223. Auch hier starten wir in Rethorn, fahren über Schierbrok nach Hoykenkamp, nehmen hier den Bahnhof mit, fahren weiter über Elmeloh, wo wir kurz auf die Kollegin oder den Kollegen warten, damit die Fahrgäste von der jeweils anderen Linien nach Ganderkesee bzw. nach Delmenhorst umsteigen können. Dann weiter über Almsloh nach Ganderkesee über Inkoop zum Bahnhof nach Famila und zur Wohnanlage am Fuchsberg und Freibad. Hier steigen oft Fahrgäste ein, die nach Delmenhorst zum Krankenhaus oder nach Bookholzberg zur Wohnanlage an der Ellernbäke wollen. Vom Fuchsberg geht es über Delmenhorst, Elmeloh und Stenum nach Bookholzberg und wieder zurück. Das Ziel unseres Bürgerbusses: Wir verbinden Menschen, die sonst seltener oder gar nicht mehr zusammenkommen würden. Diese Linie ist noch nicht so stark frequentiert, aber die Wichtigkeit ist, glaube ich, nicht zu übersehen. Ich bin stolz, ein Teil dieser tollen Einrichtung zu sein!

Es gibt natürlich noch mehr gute Gründe, bei uns mitzumachen! Mitglied in einem tollen Kollegenkreis zu sein. Ich habe noch keinen der vielen Kolleginnen und Kollegen getroffen, die bzw. der schlecht gelaunt oder mürrisch war. Alle sind hilfsbereit und können nachvollziehen, wie es am Anfang ist, der Neue zu sein. Aber in diesem Kreis fällt es leicht, der Neue zu sein! Auch hier kann ich sagen: Ich bin stolz, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein.

Es gibt für mich nur einen Wermutstropfen: Die Fahrpreis! Leider können wir keine eigenen Preise machen, sondern müssen den VBN Tarif nehmen. Das heißt eine Fahrt innerhalb eines Tarifgebiet (Ganderkesee 720) kostet zur Zeit 2,15 €, aus der Gemeinde Ganderkesee nach Delmenhorst (Tarifzonen 720/710) kostet es zur Zeit 3,65 €. Ich finde, es ist viiiel zu hoch. Hier muss der Staat endlich zu seinen Aufgaben stehen und für den ÖPNV endlich Gebührenfreiheit für alle einführen!

Wer Lust hat, zwei- bis dreimal im Monat Busfahrer zu sein, kann sich gern bei mir melden und mal eine Runde mit mir mitfahren. Voraussetzung fürs Busfahren ist: Führerscheinklasse alt 3 oder neu B und einen Führerschein zur Fahrgastbeförderung. Die Kosten hierfür übernimmt der Verein.

Vielleicht noch etwas Statistik: Ich bin jetzt siebenmal gefahren und habe 267 Fahrgäste befördert. Und morgen früh geht’s wieder mit Freuden los auf die Linie 221/222!

Euer

Andreas

Danke, Andreas, für Dein Engagement! Ein Bürgerbus bringt den Stein ins Rollen … oder genaugenommen die Menschen … auch wenn es sicherlich für viele neu sein mag, jetzt mit ÖPNV fahren zu können.

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